Außenanlagen – der lange und warme Weg zum sprießenden Rasen

Seit Januar wohnen wir jetzt in unserem Danhaus und endlich wird das Wetter besser. Das war für uns der Startschuss auch die Reste der Baustelle zu beseitigen. Vor dem Haus war uns ein ziemlich großer Erdhaufen vom Verlegen der Entwässerungsschächte geblieben. Auch der definitiv bautypisch Paletteneingang sollte weichen.

Nach langem hin und her und vor allem einem Kassensturz war klar, dass wir uns die geplanten Pflasterarbeiten nicht würden leisten können – . Deshalb haben wir mit dem Landschaftsbauer unseres Vertrauens, der Firma Fischer, lange hin und her überlegt, wie wir das jetzt lösten wollen. Am Ende haben wir uns auf die Minimallösung geeinigt: Die Flächen, die später einen Pflasterbelag bekommen sollten, wurden mit ordentlichem Recyclingkies aufgefüllt und planiert. So haben wir für die nächsten Jahre eine ordenliche Einfahrt. Diese bleibt zunächst noch schief, das Modellieren der Höhe werden wir zusammen mit den Pflasterarbeiten erledigen lassen. Lediglich die Stufe vor der Haustür wurde bereits mit einem fertigen Podest ausgeglichen , mit Granit eingefasst und gepflastert. Hinter dem Haus wollen wir uns ein großes Sonnendeck aus Holz später im Jahr noch selbst erstellen – auch hierfür wurde aber bereits eine planierte Grundlage geschaffen. Der größte Teil der Arbeit war dann aber, das Gelände „rasenfähig“ zu machen.

Hierzu wurde zunächst vom gesamten Grundstück der Mutterboden einmal abgezogen, die überflüssige hässliche Erde sowie überflüssiges Recyclingmaterial aus der Bauphase darunter eingebaut und dann im Anschluss der Mutterboden wieder eingebaut. Entstanden ist vom Haus aus ein kontinuierliches Gefälle bis fast zur Grundstücksgrenze. Ab da waren wir dann alleine mit dem Garten und die Knochenarbeit begann.

Zuerst haben wir uns den Vorgarten vorgenommen. Wie wir gelernt haben, ist das ja ab sofort unsere „Visitenkarte“ 😉

Bereits hier wurde deutlich, dass der oben liegende „Mutterboden“ sich von unserer Vorstellung von selbigem ziemlich unterscheidet. Sehr lehmige Erde, stark klumpig und verhärtet, durchsetzt mit einer nicht ganz unbeträchtlichen Anzahl Steine. Schöner Mist. Na gut, das ganze haben wir also durchgerecht und aufgehäuft, damit kann man dann ja gleich wieder ein bisschen Struktur in den Vorgarten bringen. Selbiger hat jetzt also einen kleinen Hügel, der schön bepflanzt werden soll.

Wir haben dann die gesamte Vorgartenfläche mit Gartenvlies abgedeckt, in der Hoffnung, dass wir so weniger Unkrautprobleme haben werden. Vom Haustürpodest aus bis zur Straße haben wir mit Granitpallisaden, Bruchsteinplatten und Kies einen Weg angelegt, damit nicht jeder, der zu unserem Briefkasten will, über die Einfahrt laufen muss. Außerdem sieht es schön aus und gibt dem Gelände ebenfalls eine Struktur, ist ja wichtig für die Visitenkarte.

Zuletzt haben wir alles mit Rindenmulch aufgefüllt, unsere Klinkersteinreserve vorerst als Randbegrenzung genutzt und Pflanzen gesetzt – ein Heidegarten soll es werden. So zieren jetzt kleine Kriechwacholder, Mispeln, eine Kiefer, 20 kleine besondere Heidepflanzen, und so manches Grünzeug mehr die Fläche. Bleibt zu hoffen, dass sie bei den derzeitigen Temperaturen gut anwachsen werden. Ein schon recht großes Highlight sind dabei eine Koreatanne und eine Zuckerhutfichte, die bereits im Garten meiner Eltern ihr Leben beginnen durften und deshalb nicht mehr ganz winzig sind (wenigstens für einen Neubauvorgarten). Wir sind jedenfalls mit dem Ergebnis gut zufrieden.

Im Anschluss daran sollte aus der doch beträchtlichen Fläche hinter dem Haus – ja, jetzt wird uns zum ersten Mal klar, dass unser Grundstück fast 1000m² hat und was das bedeutet – zunächst recht einfach mit Rasen bestückt werden. Leider war auch hier der Boden nicht besser als vor dem Haus, so dass wir zunächst VIEL Zeit und bei den jetzt sommerlichen Temperaturen vor allem auch VIEL Schweiß reinstecken mussten. Wir haben die gesamte Fläche nach und nach abgerecht, Steine und vollkommen verhärtete Lehmbrocken entfernt. Alles ist auch hier auf einen zu modellierenden Haufen gewandert, Alternativ hätten wir uns für den Abtransport etwas einfallen lassen müssen. Also werden wir erstmal versuchen aus dieser Not eine Tugend zu machen. Im Laufe der insgesamt 10 Tage andauernden Arbeiten wurde der Haufen allerdings doch immer größer. Zwei volle Wochenenden und an den Tagen dazwischen Abends wirklich jede freie Minute haben wir darauf verwendet, die Fläche einsähbar zu machen. An Pfingstsonntag war es dann endlich soweit. Rasensamen und auch eine eigens dafür angeschaffte Walze fanden ihre eigentliche Bestimmung. Und seitdem sprießt das Grün, was tatsächlich ein ziemlich befriedigender Anblick ist.

Wir verhalten uns dabei reichlich unprofessionell und laufen doch immer wieder drüber. Und auch der Hund wird nicht des Gartens verwiesen. Wir werden so wohl ein wenig länger auf die perfekte Rasenfläche warten müssen. Allerdings konnten wir so schon einmal den Grundstock für die geplante Mischhecke zum Nachbargrundstück legen – hier muss ein wenig Sichtschutz her, auf unserer höhergelegenen Terasse fühlen wir uns sonst recht exponiert. Der große Haufen wurde ebenfalls mit Gartenvlies abgedeckt und damit das bei unserer windigen Lage hier nicht wegweht mit den restlichen Dachziegeln beschwert, was ihm den liebevollen Namen „Marienkäferhaufen“ eingebracht hat. Zuletzt hat auch die noch nackte Gartenhütte ihren Schutzanstrich erhalten.

Jetzt gießen wir fleißig den Rasen, Ende der Woche ist die Aussaat vier Wochen her und wir werden wohl zum ersten Mal mähen können. Der „Marienkäferhaufen“ muss noch eine Bepflanzung finden, und wir werden wohl auch am unteren Grundstücksende noch Sichtschutzpflanzen benötigen, um die angrenzende Straße nicht so im Blick zu haben. Das ist allerdings keine so leichte Wahl, denn gleichzeitig wollen wir uns unbedingt den Blick über die schöne Landschaft erhalten. Zusätzlich soll alles einigermaßen pflegeleicht bleiben. Und nicht zu vergessen – wir müssen natürlich auch im Bereich Gärtnern noch VIEL lernen.

Ich werde sicher weiter berichten.

8 Gedanken zu „Außenanlagen – der lange und warme Weg zum sprießenden Rasen

  1. Schön ist’s geworden! Da hat sich die ganze Mühe mal wieder gelohnt. 🙂
    Ich drück euch die Daumen, dass der Rasen gut anwächst!

    Doofe Frage, weil wir uns damit noch nicht näher befasst haben: wie viel hätte das Pflastern der Einfahrt und des Gartenwegs bei euch denn grob gekostet? Ich vermute ja auch, dass das etwas ist, was wir aus Gründen nicht direkt nächstes Jahr angehen werden… erstmal muss wegen des Hundes der Gartenzaun her, der wird teuer genug.

    • Hallo Anne,
      mit dem Zaun hatten wir Glück. Das Grundstück war bei Kauf am unteren Ende bereits eingezäunt, links der Zaun vom Nachbarn, rechts ne große dichte Hecke, die unser Butkus akzeptiert. So müssen wir nur noch links und rechts vom Haus zumachen – derzeit provisorisch und ganz einfach mit ein bisschen Maschendraht, Stahlstäben aus dem Baustoffhandel und Kabelbindern gelöst. Hält erstmal.
      Fürs Pflastern hatten wir mehrere Angebote verglichen. Neben dem Erstellen eines planierten Untergrundes inkl. Pflasterbettungssplitt für ca. 25€/qm und dem eigentlichen Pflastern für ca. 40€/qm (abhängig vom gewählten Stein) kommen noch Bordsteine zur Begrenzung hinzu, wahlweise Beton oder Granit. Bei uns wären außerdem zum Höhenausgleich noch L-Steine hinzu gekommen, außerdem muss zur Straße hin eine Ablaufrinne fürs Wasser erstellt werden, ca. 800€ Gegenwert, im günstigsten Fall…
      Alles in allem wären wir dabei wahrscheinlich nicht mehr vierstellig weggekommen 🙁 Deshalb jetzt erstmal so.

  2. Oh man, da wart Ihr ja richtig fließig! Also ich finde den Eingangsbereich sehr schon, zum Glück kein gerader Weg 😀 Ich finde das passt irgendwie nicht zum Haus, deshalb wird’s ach bei uns eher geschwungen 😉
    Ich freue mich bald ein paar Bilder zu sehen wie sich der Garten entwickelt.

    Liebe Grüße

    • Das stimmt, das war ziemlich schweißtreibend 🙂 Aber ihr seid auch nicht untätig, habe ich festgestellt, jetzt wo ich wieder dazu komme, ein bisschen zu surfen.
      Der geschwungene Weg war für Andreas ein besonderes Anliegen, und ich finde auch, dass er wirklich gut passt.
      Ganz liebe Grüße

  3. Dann ist euer Hausbau jetzt ja praktisch abgeschlossen, oder? Sehe ich das richtig?

    Würdet ihr jetzt, da ihr fertig seid, sagen, dass es sich gelohnt hat? Oder dass ihr euch nocheinmal für Hausbau entscheiden würdet?

    Stehen auch gerade vor der Entscheidung, Hausbau oder Haus kaufen..

    Susi

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