Baustrom – klingt ja ganz einfach, ABER….

Da in etwa 10 Tagen unser Häuschen gerichtet werden soll, wird es langsam Zeit für die Erstellung des Baustromes. Wir hatten ja wiedermal gar keine Ahnung, also hatten wir den Ablauf mit unserem Verkaufsberater einmal vorbesprochen:

Sowohl der eigentliche Stromhausanschluss als auch der Baustromanschluss müssen von uns beim Versorger vor Ort, in unserem Falle ist das WestfalenWeserNetz, beantragt werden. Für den eigentlichen Hausanschluss gab es auch ein Formular, das wir entsprechend ausfüllten. Dieser wurde bei uns unter der Bedingung erstellt, dass der Stromanschluss gemeinsam mit dem Wasseranschluss koordiniert verlegt wird. Dafür ist in aller Regel dann der Wasserversorger – bei uns der Wasserverband Nordschaumburg – verantwortlich. In vielen Regionen gibt es für Strom und Wasser hier übrigens „Personalunion“.

Deshalb fällt der Kostenvoranschlag für den Hausanschluss auch vergleichsweise gering aus – er enthält ja kaum Tiefbauarbeiten. So weit so gut, den Kostenvoranschlag haben wir unterschrieben zurückgesendet.

Für den Baustromanschluss sollte es eigentlich auch ganz einfach sein. Wir beauftragen einen örtlichen Elektriker, der installiert uns per Kabel am nächstgelegenen Kreis-Verteiler-Schrank (KVS) einen Baustromkasten auf unserem Grundstück.

Ja, schön wärs. Denn wie sich rausstellte ist der nächste Verteilerkasten bei uns ca. 150m entfernt, und das ist zu weit, um ein Kabel zu legen. Dann gibt es laut WW-Netz nur zwei weitere Möglichkeiten: Entweder eine Manipulation an einem Stromanschluss eines der Nachbarhäuser, so dass von dort aus ein Kabel gelegt werden könnte, oder die erstellung eines vorgezogenen Hausanschlusses.

Unseren Baustrom praktisch im Hauswirtschaftsraum unserer Nachbarn für ca. 3 Monate anzuschließen gefiel uns gar nicht. Da muss ja nur mal was überspannt sein, und am Ende springt den Nachbard die Sicherung raus und das Gefriergut bekommt Beine. Nein, das wollten wir nicht.

Also muss es der vorgezogene Hausanschluss sein. In unserem Fall heißt das aber nur vorgezogener Hausanschluss, denn eigentlich hat es damit nichts zu tun. Es läuft nämlich so: direkt an unserer Grundstücksgrenze wird ein neuer Kreis-Verteiler-Schrank (KVS) erstellt. An diesen kann dann (wie ursprünglich geplant) per Kabel der Baustomkasten angeschlossen werden. Brauchen wir den Baustrom nicht mehr, wird der KVS zurückgebaut und anstatt dessen unser Hausanschluss erstellt.

Das bedeutet auch: Die Erstellung dieses KVS kostet genauso viel wie die Erstellung unserer eigentlichen Hausanschlusses. Einen tatsächlichen vorgezogenen Hausanschluss erstellen, der dann direkt später verwendet werden darf, sei nicht gestattet. Keine Diskussion.

Also: Wieder ein Punkt für die Mehrksotenliste. Bei der Kostenkalkulation für Baustrom sollte man also nicht nur den Baustromkasten und den Stromverbrauch sondern auch die Anschlussmöglichkeit für den Kasten gut im Blick haben. Gebühren kostet das ganze dann auch noch.

Das ganze letztendlich zu organisieren hat uns mit allem Hin- und Her ca. 10 Wochen abverlangt. Eigentlich sollte dann pünktlich alles erstellt werden. Wie immer habe ich nachgehakt, um auch sicher zu gehen – und nochmal eine böse Überraschung erlebt. Bei WW-Netz teilte man mir mit, die Baubrange boome eben im Moment (dieses Argument kann ich wirklich nicht mehr hören!), deshalb werde man sich nicht an die angekündigte Vorlaufzeit von drei Wochen halten können. Man werde es auch in den verbliebenen 6 Wochen wohl nicht mehr schaffen, das beauftragte Tiefbauunternehmen sei zu ausgebucht, ein anderes könne man nicht nehmen.

Einen halben Nervenzusammenbrauch später hat mich dann unser Elektriker hier vor Ort, die Firma Tünnermann, gerettet. Dieser hatte zufällig gute Kontakte zum beauftragten Tiefbauunternehmen, dass so bereits zwei Tage später unseren neuen KVS erstellte. Einen weiteren Tag später stand bereits unser Baustromkasten. Zwar müssen wir nun für die eigentlich überflüssigen drei Wochen auch bereits Miete bezahlen, aber immerhin haben wir ein sicheres Gefühl.

Hier noch ein paar Bilder des Prozesses – die abgebrochene Laterne ist ein kleiner Kollateralschaden – darüber werde ich an anderer Stelle kurz berichten, das ist einen Beitrag für sich wert 😆 .

 

 

4 Gedanken zu „Baustrom – klingt ja ganz einfach, ABER….

  1. Ach herrje…wir dachten schon unser KVS ist weit weg, aber da waren wir mit knappen 40 Metern noch richtig gut dabei!!!

    Liebe Grüße und weiterhin
    Gute Nerven 🙂

    Antje

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