Der Bauwasser-Unfall

Mit dem Bauwasser-Anschluss gab es Gott sei Dank nicht die selben Probleme, wie mit Baustrom. Zwar mussten wir auch hier einen vorgezogenen Hausanschluss legen lassen, allerdings will der Wasserverband hierfür im Vergleich lediglich Peanuts. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass wir für die alternative Aufstellung eines Standrohres pro Woche auch 25 € hätten hinlegen müssen. Das liegt daran, dass es im Fall von Bauwasser ein „echter“ vorgezogener Hausanschluss ist. Er wird später nur bis ins Haus verlängert, nicht wie beim Baustrom komplett zurückgebaut.

Die Beantragung der späteren Hausanschlüsse für Wasser ist etwas komplizierter als bei Strom. Hier müssen vom Installateur bestimmte Pläne ausgefüllt werden. Diese Anträge haben wir also an Danhaus weitergeleitet, dort wurden sie ausgefüllt und zur Unterschrift sowie zur Ergänzung mit  weiteren Unterlagen an uns zurückgesendet. Uns hat das „damals“, also vor ca. 5 Monaten, noch an den Rand unseres Verständnisses gebracht – mittlerweile wäre das kein Problem mehr. Ein gutes Beispiel um festzustellen, dass man ganz schön viel dazu lernt, in so einer Bauphase.

Jedenfalls hätten wir in diesem Antrag eignetlich gleich den Baustromanschluss mit beantragen müssen. Das wussten wir nicht, aber auch im Anschluss war es bei unserem Wasserverband kein Problem – ein einfacher Dreizeiler reichte aus. Für alle, die sich nach dem richtigen Zeitpunkt dafür fragen: Bei der Erstellung ist wichtig, dass die Bodenplatte bereits liegt, oder mindestens dem Tiefbauer die spätere Position der Hauseinführung ganz klar ist. Denn danach richtet sich auch bereits die Platzierung des vorgezogenen Hausanschlusses.

Die Erstellung des Anschlusses wird dann an ein Tiefbauunternehmen vergeben. Und zwar nicht irgendeines – in den Gemeinden gibt es immer bestimmte Tiefbaufirmen, die speziell für solche neuen Anschlüsse bzw. alle möglichen öffentlichen Arbeiten zuständig sind. Beim ersten Telefonat signalisierte uns der Ansprechpartner, dass der Anschluss, wenn es denn sein müsste, auch morgen schon erstellt werden kann.

Musste es nicht, wir hatten noch drei Wochen Zeit. Am Ende mussten wir dann doch noch zweimal daran erinnern, dass wir den Anschluss wirktlich jetzt brauchen, die erste gesetzte Frist hatten sie verduselt. Weil wir aber Puffer eingeplant hatten, war das alles gar nicht schlimm. Bei meiner dritten Erinnerung kam dann bereits 10 Minuten später der Rückruf, man werde es noch am selben Tag erledigen.

Und so war es. Bis dahin ganz easy. Und dann kam der Bauherr dazwischen.

Der Ansprechpartner hatte mir am Telefon gesagt, vom fertigen Anschluss müssten wir dann noch „den Hahn runternehmen“ (ja, das ist ein wörtliches Zitat!), damit der nicht weg kommt, solange er nicht gebraucht wird. Das habe ich genau so an Andreas weitergegeben. Der hat sich dann abends den fertigen Anschluss angeschaut, nicht recht gewusst, was jetzt abzunehmen ist, und mal dran gewackelt. Ja… jeder der sich ein bisschen mehr auskennt als wir unbedarften Baustellen-Noobs, dem ist klar was jetzt passiert. Das ganze ist Andreas um die Ohren geflogen. Irgendwie logisch, so im Nachhinein. Wenn man den Hahn abnimmt kommt eben mit gut Druck Wasser aus der Leitung. Stoppen ließ es sich erstmal nicht mehr, zu viel Druck um den Hahn wieder drauf zu machen.

Letztendlich konnte unser Nachbar aushelfen. Der wusste bescheid, dass es in der Straße für jedes Haus eine Art „Haupthahn“ gibt, die man mit einem Vierkantschlüssel einfach zudrehen kann. Und Schluss war mit Wasser.

Der Bauherr konnte sich an diesem Abend eigentlich die Dusche sparen – als er eine Stunde später zuhause ankam, konnte ich seine Kleidung immernoch auswringen.

Da das Tiefbauunternehmen seinen Bagger ohnehin noch bei uns gelassen hatte, konnten die dann am nächsten Morgen unser Malheur reparieren.

Und wir wissen jetzt, dass der Ansprechpartner am Telefon nicht gleich den ganzen Hahn gemeint hatte, sondern lediglich den kleinen grünen Nupsi, an dem man das Wasser auf und zu dreht.

Und das ist er:

 

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