Regen- und Schmutzwasseranschluss — Kein Hausbau ohne Desaster!

Nachdem es mit den Hausanschlüssen für Wasser, Strom und Telekom doch so einigermaßen reibungslos geklappt hat, muss ja auch noch alles Wasser vom Haus wieder weggeleitet werden. Laut den Plänen der Stadt sollte es den erforderlichen Schmutzwasseranschluss an den Kanal auf unserem Grundstück bereits geben, allerdings in ca. 2,50m Tiefe, was das ganze nicht grade günstig macht.

Der Regenwasseranschluss hingegen sollte noch nicht da sein und mit etwa zwei Wochen Vorlauf von der Gemeinde erstellt werden. Die Gemeinde wurde von uns rechtzeitig informiert und nach einem Vorort-Termin wurde entschieden, den Anschluss direkt vom Kanal aus abzuzweigen. Damit musste dieser nicht so tief gelegt werden. Zwei Wochen später, in der zweiten Novemberwoche, wurde das dann auch tatsächlich erledigt. Anschließend wurden die erforderlichen Meter Regenrinnen und die Ringe für die Revisionsschächte angeliefert.

Damit waren beste Voraussetzungen für unseren Tiefbauer geschaffen, das Haus auch mit diesen beiden Anschlüssen zu verbinden. Dabei war der Plan, zuerst die Revisionsschächte zu setzen. Bei Regenwasser, nicht mal 1,5m tief, war das auch schnell erledigt. Mit Schmutzwasser ging der Plan leider völlig in die Hose.

Unser Tiefbauer musste feststellen, dass der Anschluss am angegebenen Ort nicht zu finden war. Die Gemeinde blieb jedoch bei ihrer Sicht der Dinge und forderte ihn auf zu suchen. Das Endergebnis war ein vollständig umgegrabener Vorgarten, durch den man nur noch über ein Brett ins Haus gelangen konnte.

Der Schmutzwasseranschluss konnte dabei leider nicht gefunden werden. Da die Gemeinde das so gar nicht glauben wollte, rückte am nächsten Morgen jemand mit einer Kamera an und durchleuchtete den Kanal vor unserer Tür.

Endergebnis: Es gebe wohl eine Abzweigung vom Kanal auf unser Grundstück, allerdings endet diese auf öffentlichem Grund etwa 1,5 Meter vor der Grundstücksgrenze. In 2,90m Tiefe. Da das für einen normalen Bagger zu tief ist, musste alles genau so ruhen, bis ein größerer Bagger verfügbar war. Eine Woche später – irgendwie ein Deja-Vu – suchte dieser erneut nach dem Anschluss – diesmal auf öffentlichem Grund. Leider ebenfalls ohne Erfolg. Da man in 2,90 Tiefe ncht mehr einfach so gesucht werden kann, kam der Entschluss einfach direkt vom Kanal aus einen neuen Anschluss zu legen. Dafür musste die ganze Straße geöffnet und damit gesperrt werden, das braucht 72h Vorlauf, also blieb wieder erstmal alles still. Immerhin war das dann wenigstens des Rätsels Lösung – der Anschluss wurde gelegt.

Unser Tiefbauer, der mittlerweile erstmal eine andere Baustelle versorgt hatte, konnte eine Woche später seine Arbeit fortsetzen. In einer recht fixen Aktion konnten jetzt Regenwasserleitungen und Schmutzwasserrohre verlegt und ENDLICH alles wieder eingeebnet werden. Drei Wochen im größten Schlamm nur mit einem Brett über einen Graben ins Haus zu kommen war wirklich nicht schön.

Etwa eine Woche später führte das Tiefbauunternehmen dann noch die Dichteprüfung für beide Rohrsysteme durch. Wie schön, dass hier trotz ungünstigem Wind während der Prüfung alles in Ordnung war.

Nachdem bis hierhin alles so schön glatt gelaufen war, musste wohl noch was kommen – ein großes Desaster braucht wohl jede Baustelle.

Das bedeutete für uns etwa drei Wochen Zeitverlust. Glücklicherweise bleiben die Kosten aber komplett bei der Gemeinde, denn das Grundstück war ja erschlossen gekauft. Allerdings hinterlassen die Revisionsschächte eine ganze Menge Erde, die als großer Berg vor unserer Haustür verbleibt.

3 Gedanken zu „Regen- und Schmutzwasseranschluss — Kein Hausbau ohne Desaster!

  1. Irgendwas ist immer. Bei uns ist im Kanalbau alles auffindbar, da hier ja schonmal ein Haus stand. Dafür mehrt Danhaus hier seit Wochen herum.

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