Fassadenanstrich selbstgemacht

Der Fassadenanstrich ist bei uns Eigenleistung. Und zu allererst gehört dazu die Auswahl der richtigen Farbe. Weiß sollte es ja auf jeden Fall sein. Abgesehen davon wollten wir eine hochwertige Farbe nehmen, die sich gut verarbeiten lässt. Danhaus ist dabei nur wichtig, dass die Farbe eine entsprechende Zulassung mitbringt. Das haben die hochwertigen Farben aber fast alle.

Letzten Endes haben wir uns für Osmo Landhausfarbe entschieden. Dazu hat auch der Lasuren Langzeittest der Seite reintechnisch.de beigetragen. Die Landhausfarbe kommt dort ziemlich gut weg. Hinzu kommt, dass es eine eher flüssige Farbe ist, die auch dünn aufgetragen werden soll. Das kam uns irgendwie eher entgegen.

Dazu kam, dass die Entscheidung für die Farbe ziemlich schnell getroffen werden musste. Eigentlich hatten wir nämlich die Info, dass rund um den 15. Oktober gestrichen werden sollte. Eine Woche nach Richtung, also bereits am 01. Oktober erfuhren wir dann aber von unserem Bauleiter, dass wir im Grunde sofort loslegen können. Das Wetter par perfekt, wir hatten Urlaub – also Ärmel hoch und los gehts. Blöd daran war, dass unsere Helfer, die wir eigentlich organisiert hatten, so spontan natürlich nicht konnten. Das musste also zu zweit erledigt werden.

Wir zogen also sofort los und klapperten umliegende Holzhandlungen ab, um uns die Farbe zu besorgen. Bei grob Überschlagen 130m² waren einige Eimer nötig, zum online bestellen, wie eigentlich geplant, war keine Zeit mehr. In Holzhandlung 1 gab es zwei Eimer, Holzhandlung 2 lagerte immerhin drei Eimer. Die Packung behauptet, dass 1 Liter bei einem Anstrich für 26m² reichen sollte. Bei zwei Anstrichen lässt sich also ein Verbrauch von ca. 10 Litern für unsere 130m² vermuten. Weil wir solchen Berechnungen nicht trauen, haben wir von vorne rein 12,5 Liter gekauft. Wir hatten uns für die 2,5 Liter Gebinde entschieden – diese Eimer haben eine gute Größe, um sie auch noch mit aufs Gerüst zu nehmen. Und es ist wichtig, dass jeder Streicher seinen eigenen Eimer hat.

Am Freitag gegen Mittag ging es dann los. Vormittags hatten wir noch einen anderen Termin, die Sonne schien und wir waren voller Tatendrang. Als erstes wurde uns bewusst, dass die Zimmerleute die Schutzbretter nicht entfernt hatten, die für die Richtung an den Giebelseiten quer über die Fenster genagelt waren. Ohne entsprechendes Werkzeug ließen sich diese auch nicht entfernen, ein wenig Sorge unsere Fassade zu beschädigen hatten wir doch auch. So mussten wir aber drum herum streichen – und unschöne Ansätze befürchten.

Wir entschieden uns, mit den Giebelseiten zu beginnen, weil dafür das Gerüst zwingend erforderlich ist. Das ganze ging mit der dünnflüssigen Farbe auf Ölbasis ziemlich locker von der Hand – und am Freitag Abend hatten wir die erste Giebelseite geschafft und waren ganz schön stolz auf uns. 6 Stunden Streichen an Tag 1. Am Samstag waren wir einigermaßen frühzeitig bei strahlendem Wetter wieder da. Ganz schönes Glück, Anfang Oktober bei 18 Grad und Sonne auf dem Gerüst streichen zu können – wir hätten es wirklich schlechter treffen können. An Tag zwei erledigten wir – bereits mit etwas Routine – die zweite Giebelseite und verpassten der ersten dann bereits den zweiten Anstrich. Tag 2: Sieben Stunden Streichen. Auf dem Gerüst fühlten wir uns mittlerweile wie zuhause.

Am Abend war dann klar: Die Farbe reicht nicht. Das liegt vor allem daran, dass die Fassadenbretter eine sehr raue, offenporige Oberfläche haben – die saugen wirklich wie verrückt. Also zog ich um 17:30 Uhr los in den Nachbarort, um in einer dritten Holzhandlung noch einmal Farbe nachzukaufen. Weitere 5 Liter. Die zweite Giebelseite bekam ebenfalls den letzten Schliff. Noch einmal ca. 6 Stunden Arbeit.

Besonders viel Zeit nahm dabei übrigens das Abkleben in Anspruch. Denn schließlich wollten wir ja nichts anmalen, was später nicht wieder abgehen würde. Dafür sollte man also unbedingt Zeit mit einkalkulieren.

Ein Nachteil der recht flüssigen Osmo Landhausfarbe zeigte sich beim Streichen der Dachüberstände. Die Farbe lief stark in den Pinsel, und kam am Griff wieder raus – unsere Hände waren komplett weiß und ölbasierte Farbe geht wirklich nicht gut wieder ab. Ich kann jedem nur Handschuhe und vor allem irgendeine Kopfbedeckung empfehlen. Aus meinen Haaren ging die Farbe beinahe die ganze Woche nicht mehr raus.

Ein Wochenende später haben wir also erneut losgelegt. Das Wetter war immernoch wirklich schön, allerdings nur noch bei ca. 8 Grad und Wind – das war dann doch ziemlich unangenehm. Hinzu kam dass die Bauherrin aufgrund von Fieber und weiterer fieser Problemchen eigentlich nicht baustellengeeignet war. So gut es ging arbeiteten wir zu zweit.

Los ging es damit, die verbliebenen Flecken an der Fassade zu überarbeiten – die Zimmerleute hatten mittlerweile die Schutzbretter entfernt. Zwei Anstriche später konnte man keinerlei Ansätze mehr sehen – sehr schön! Auch das ist ein echter Vorteil der Osmo Landhausfarbe, gerade in weiß.

An den Traufseiten war besonders viel Abklebearbeit gefragt. Das nahm wirklich viel Zeit in Anspruch, weil nicht nur die Fenster, sondern auch die Regenrinne geschützt werden wollten. Auf dem Teils schmalen und wackligen Gerüst an den Seiten war alles nur mäßig zugänglich, die Dachunterstände haben wir weitgehend von der Leiter aus gestrichen. Es war kalt und ungemütlich, vor allem mit Fieber, und die Laune war im Keller. Aber das gehört wohl auch dazu. An der Traufseite sind manche Stellen wirklich nicht schön zugänglich. Insbesondere am Erker, wo wir das Dach um zwei Ziegel nach unten gezogen haben, war wirklich schlecht ranzukommen.

So benötigten wir für die Traufseiten deutlich länger als gedacht. Das war frustrierend – was noch schlimmer wurde, als uns Samstag Abend nach Geschäftsschluss klar wurde, dass uns die Farbe nicht reichen würde, um die Traufseiten ein zweites Mal zu streichen. Am Sonntag blieb uns also nur, die Gartenseite in Ruhe zu überarbeiten. Mit besserer Laune ging es auch gleich wieder besser. Anschließend mussten wir alles abgeklebte wieder entfernen. Denn in der Woche darauf sollte geklinkert werden.

Wir haben uns ganz schön geärgert: Die Farbe reicht nicht, das Wetter wird regnerisch, was Streichen nicht zulässt, das Gerüst kommt weg, die Abklebearbeit steht zweimal an und dann müssen wir auch noch den Klinker schützen, damit der keine Farbspritzer abbekommt.

Es dauerte drei Wochen, bis wir für die Straßenseite den Zweitanstrich vornehmen konnten. Vorher war das Wetter nicht sicher genug – wir wollten nicht riskieren, dass uns frisch Gestrichenes einfach wegläuft. Das Gerüst war dann abgebaut. Um den Klinker zu schützen haben wir einfach eine Folie gekauft, die wir oberhalb des Klinkers über die gesamte Hauswand decken konnten. Dann war alles gut geschützt. Auch die Regenrinnen haben wir umwickelt. Und so konnten wir am 6. Streichtag unsere Arbeit endlich gut abschließen. Mit Leitern und ohne Gerüst fiel uns das Streichen der Traufseite deutlich leichter.

Insgesamt haben wir etwa rund 100 Arbeitsstunden benötigt. 6 Pinsel ca. 19 Liter Farbe waren nötig. Und jede Menge Klebeband. Kosten für das Material waren ca. 600€.

Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Das gute Wetter war richtig Glück, das hätte nicht so sein müssen. Dennoch würden wir diese Eigenleistung jederzeit wieder erbringen. Für eher kleine Menschen oder Höhenangst-Patienten wird es allerdings schwierig, denn ein wenig Akrobatik ist schon erforderlich. Allerdings gewöhnt man sich sehr an den Aufenthalt dort oben.

 

7 Gedanken zu „Fassadenanstrich selbstgemacht

  1. Phew, was für ein Akt! Aber sehr schick ist es geworden. 🙂
    Ich finde das ja eh so spannend, das Entstehen eures Häuschens quasi „live“ mitzuverfolgen und zu hoffen, dass wir nächstes Jahr um die Zeit auch so weit sind.
    Wisst ihr ungefähr, wie oft man den Anstrich erneuern muss? Alle paar Jahre dürfte das ja nötig sein.

    Liebe Grüße
    Anne

    • Liebe Anne,

      Danke für die Frage, ich hatte ganz vergessen das zu erwähnen, denn das war auch wichtig für die Kaufentscheidung.

      Die Osmo Landhausfarbe muss vor dem Erneuern nicht an- oder abgeschliffen werden. Es müssen nur Schmutz und lose Rückstände entfernt werden, dann kann man wieder überstreichen.
      Außerdem ist beim zweiten Mal nur ein Anstrich nötig, nicht wieder zwei.

      Beides ist bei anderen Farben nicht zwingend der Fall.

      Wir erhoffen uns, dass der Anstrich Minimum 5-7 Jahre hält.

      Lg
      Kathrin

  2. Beide Giebelseiten erster Anstrich 8h bei zwei Leuten, von denen einer Erfahrung hatte.
    Zweiter Anstrich ich allein in 7h.

    Gegenteiliges Prinzip: Farbe auf Wasserbasis: Gori99. Danhaus grundiert wohl damit auch.
    Wir haben keinen Dachgiebeldreieckholzverblend, da geklinkert wird. Zudem sorgt ein PV geeignetes Dach mit 45° für etwa nur 1/3 Dachüberstand wie ihr es habt.
    Lange Rede kurzer Sinn: 3x 5L reichen für unsere etwa 35m2 grade so.

    • Richtig, die Grundierung ist ab Werk ebenfalls von Gori. Die von Danhaus beauftragten Maler würden, nach Aussage unseres Bauleiters, aber auch verschiedene Hersteller verwenden. Auch Danhaus würde den Endanstrich vor Ort machen, nicht ab Werk, weil vieles ja erst vor Ort so zusammengezimmertt wird.

      Und sonst bin ich Fotos eures Hauses gespannt, denn die Erklärung, welche Flächen ihr zu streichen hattet, der bin ich mit meiner rudimentär ausgeprägten weiblichen Vorstellungskraft nicht so richtig nachgekommen 😉

  3. Liebe Kathrin, warum habt ihr euch für Danhaus entschieden? Ich bin ein Warentest freak, kann aber nichts über Danhaus finden, das verunsichert uns etwas. Wir haben bereits mit Danhuas eine Grobplanung für unser Haus erstellt, kommende Woche sollen wir nun aber schon unterschreiben, das find ich komisch, weil ich ja gar nichts die endsumme kenne. War das bei euch auch so?
    Liebe Grüße, Katrin

    • Hallo Katrin,

      also, bei Unterschriften wussten wir den Gesamtpreis für den von uns zu diesem Zeitpunkt geplanten Grundriss auf den Euro genau. Wir haben eine Checkliste vorgelegt bekommen, die bestandteil des Vertrages war. Klar, man wollte, dass wir das sofort unterschreiben – man kann das aber ganz wunderbar auch einfach noch einmal überdenken, Angebote vergleichen oder drüber schlafen.
      Ich würde beim zweiten Mal auf jeden Fall eine grobe Bemusterung schon vorher machen, weil für einige Dinge (Sockelabdichtung, Fliesen – falls über Danhaus, Sanitär, Treppe, Fassade, Türen, Fenster usw.) doch noch mal einiges an Aufpreis kommt, das sonst vom Puffer abgeht.
      Außerdem würde ich mich mit einer einfachen Grobplanung nicht mehr zufrieden geben. Diese berücksichtigte bei uns weder die Gegebenheiten des Grundstücks noch die geltenden Baubestimmungen (Beispiel-Stichwort: Rettungsfenster, Belichtungsflächen) auch das hat unsere Planung ziemlich ruiniert, und zu einem ganz anderen Hauspreis geführt als ursprünglich im Vertrag vereinbart.

      Und unsere Entscheidung für Danhaus hatte ihre Gründe – kurz gefasst – an allererster Stelle bei Baustil, Raumklima, Hochwertigen Materialien im Standard, Vertrauen in die Firma und dem Wunsch, Schlüsselfertig zu bauen.

      Ich drück euch die Daumen – lasst euch nicht drängeln, auf ein paar Wochen hin oder her kommt es hier im Endeffekt nicht an!

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