Fensterbänke – Do it yourself

Nachdem der Estrich eingebracht war, fing alles an sich ziemlich zu überschlagen. Danhaus hatte bis zu diesem Zeitpunkt auf den ursprünglichen Zeitplan gut zwei Wochen aufgeholt. Der Einzug noch vor Weihnachten rückte in wirklich greifbare Nähe. Also haben wir zugesehen, dass auch die Eigenleistungen bzw. die von uns organisierten Gewerke zügig vorangingen.

So wurden die Malerarbeiten kurzerhand bereits während des Aufheizprogramms begonnen. Das brachte mit sich, dass wir innerhalb einer Woche unsere Fensterbänke einbauen mussten. Wir hatten die Kunststein Fensterbänke aus dem Standard von Danhaus herausgenommen, weil wir gerne Holzfensterbänke wollten. Bei Danhaus gibt es nur Kiefer, was für uns ein NoGo war. Also Eigenbau.

Die Fensterbänke sollen zwar möglichst spät rein, um keinen Schaden zu nehmen, andererseits müssen sie ja auch von den Malern eingespachtelt werden. Das bedeutete: ca. 10 Tage Zeit um die Fensterbänke zu beschaffen und einzubauen. Ja, straffer Plan. Und wie sieht er aus? Ganz einfach: Wir bestellen uns eine entsprechende Platte, schneiden sie in Fenster-gerechte Stücke und behandlen sie dann mit Fensterbank-gerechter Oberflächenbehandlung.

Zu klären:

Welche Holzart soll es sein? Ursprünglich war Ahorn geplant. Aber nach Berücksichtigung der Holzeigenschaften, insbesondere der Farbe beim Nachdunkeln, die dann ins gelbliche gehen würde, entschieden wir uns für Asteiche. Die konnten wir uns in der Holzhandlung live ansehen – und waren sofort verliebt, dabei hätten wir vorher behauptet, dass Eiche nicht unser Ding sei. Eiche ist auch schön hart, also gut geeignet für eine Fensterbank.

Wie viel Holz? Dafür mussten die Längen der Fensterbänke berechnet werden: Zwei Stück 91cm lang, Einbau im Erdgeschoss, wenig überstand, weil im HWR und im Gästebad. Zwei Stück 181cm lang, Einbau im OG, wo die Wandstärke geringer ist, also auch die Breite der Fensterbank schmaler. Und ein Stück 181cm, Einbau im Wohnzimmer, das auch einen schönen Überstand haben sollte, also schon tiefer sein musste. Knapp überschlagen: Es gibt entsprechende Platten in 2,00 x 1,21 Meter. Und mit mehr Glück als Verstand genügen uns die 1,21 Breite genau, um die nötigen vier Bahnen zuzuschneiden, aus einer konnten dann die beiden kurzen Fensterbänke geschnitten werden. Von der Breite der Platte bleibt nix über, in der Länge nur kleine Stücke. Perfekt. Die Platte selbst hat uns 409€ gekostet.

Wie sollen wir das Holz bearbeiten? Also, Platte gekauft und zugeschnitten macht scharfe Kanten. So geht das ja für eine Fensterbank nicht. Also hat sich der nette Herr in der Holzhandlung unser erbarmt und uns eine Fase an die vordere Kante geschnitten, also leicht abgerundet. Perfekt, denn das hätten wir alleine vor allem so schnell wohl nicht hinbekommen. Die Form stimmt schon mal. Danach haben wir die Platten noch schön glatt geschliffen, bis zum 240er Schleifpapier. Hierbei kam erstmals mein neu erworbener Schwingschleifer Bosch Professional GSS 140A zum Tragen. Mit dem Gerät waren wir wirklich zufrieden. Das Ergebnis glatt wie ein Babypopo, leicht zu bedienen, die automatische Absaugung funktioniert auch ganz gut. Schleifen also auch abgehakt.

Womit wird das Holz behandelt? Das war eine der schwereren Fragen. Wir wollten eine Oberfläche, die das Holz möglichst dolle in seiner ursprünglichen Optik lässt. Also auf gar keinen Fall ein richtiger Lack. Die Entscheidung sollte am liebsten auf ein Öl fallen. Die Priorität lag hierbei darauf, dass unsere Asteiche möglichst wenig angefeuert werden sollte. Der Begriff anfeuern meint, dass die Holzstruktur wesentlich mehr hervorgehoben wird und das Holz dadurch meist auch dunkler wirkt. Und das wollten wir eben möglichst wenig. Zu diesem Thema kann man sich bei reintechnisch.de gut einlesen. Letzten Endes haben wir uns für das Auro Hartöl Classic in weiß pigmentiert entschieden. Dieses hat scheinbar ziemlich kleine Weißpigmente, so dass man sie auf dem Holz nicht sehen kann, gleichzeitig wird durch die weiße Farbe aber das Anfeuern gering gehalten. Das Öl ist recht dünnflüssig, lässt sich dadurch gut verarbeiten. Es benötigt bestenfalls drei Anstriche, wir haben vor dem Einbau nur zwei geschafft. Zwischenschleifen ist eigentlich nicht nötig. Mit dem Farbergebnis sind wir ziemlich zufrieden

Wie funktioniert der Einbau? Das war leichter als erwartet. Theoretisch müssen die Fensterbänke nur in den dafür bereits freigelassenen Spalt unter den Fensterelementen eingeschoben werden. Dort werden sie dann mit der Wasserwaage ausgerichtet und durch kleine Holzkeilchen fixiert.Für den Einbau haben wir dann handelsüblichen 2k PU-Schaum genommen, der allerdings für den Einbau von Türen gedacht ist. Der drückt nämlich beim Austrocknen nicht so stark, weil er nicht so dolle an Volumen zunimmt. Dadurch ist die Gefahr nicht so gegeben, dass sich die Fensterbänke nach oben durchwölben, wir mussten so nicht einmal mittig fixieren. Ein Problem war: Alle Stücke waren aus einer 2,6cm dicken Platte geschnitten, oben passten aber eigentlich nur 2,4 cm rein, so dass wir die fordere Fermacell-Platte noch ein wenig abtragen mussten. Das war wirklich keine schöne Arbeit und wir konnten bemerken, dass Fermacell echt hart ist. Bis jetzt haben wir noch nicht rausgefunden, was wohl das geeignete Werkzeug gewesen wäre. Mit ordentlichen Cuttermessern ging es, aber es war wirklich Knochenarbeit. Also, Fensterbänke ausgerichtet, fixiert, dann schnell den PU-Schaum rein. Das muss fix gehen, denn das Zeug klebt wie verrückt und lässt sich wirklich nur sehr kurze Zeit verarbeiten, dann verstopft die Flasche. Wir haben es geschafft. Für unsere fünf Fensterbänke waren fünf große Dosen PU-Schaum nötig.

 

Gesamtkosten am Ende: 510€ – die Erstattung von Danhaus für das herausnehmen der Fensterbänke

Aufwand: Arbeitszeit inklusive Holzbearbeitung ca. 6 Stunden, plus Abtragen der Fermacell-Platten oben.

Und unsere Fensterbänke finden wir wirklich richtig schön. In der hohen Luftfeuchte haben sie ein wenig gelitten, so dass wir nun doch noch einmal nachschleifen und nachölen müssen. Trotzdem war das die richtige Entscheidung, wir finden, dass es wirklich schön warm und wohnlich aussieht.

 

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