Es klinkert !!!

In Woche 5 ging es richtig rund. Dämmung, Heizung, Estrich – und auch noch die Klinkersteine. Am Dienstag Abend stand die Firma Göllner Klinkerbau vor der Tür und begann, alle Materialien auszupacken. Innerhalb kurzer Zeit war die Baustelle in wohlgeordnetem Chaos versunken. Die drei Herren informierten uns bereitwillig über den Plan: Mittwoch sollte es früh losgehen, und bestenfalls wolle man am Freitag fertig werden. Das Gerüst war noch da, also wurde es auch mit genutzt. Eigentlich hätte es schon seit einigen Tagen abgeholt sein sollen, was dann irgendwann im Lauf der Woche auch noch geschah.

Mittwoch Morgen starteten die drei dann mit Hochdruck in ihre Arbeit. Gleichzeitig war auch Acalor zum ersten Montagetermin da – so dass Absprachen nötig wurden, sonst kämen beide sich beim Klinkern und der Vorbereitung für die Wärmepumpe in die Quere. Das Problem konnte schnell geklärt werden, und Acalor war bereits 2 Stunden später mit dem Nötigsten fertig – alle weiteren Außenarbeiten werden auf den zweiten Termin verschoben, so dass die Klinkerleute freie Bahn hatten.

Jede Hausecke bekam eine Metallstange als Befestigung für die Richtschnur. Dann wurde immer eine Reihe über die ganze Hausseite geklinkert, die Schnur nach oben geschoben und von vorne. Das ganze lief unglaublich routiniert und schnell ab. Vor allem während der ersten Klinkerreihen konnten unwissende Bauherren spannendes entdecken. Hinter die unteren Reihen wurde nicht die Steinwolle als Dämmung verbaut, sondern Perimeterdämmung. Damit sind Hartschaumplatten gemeint, die das Gebäude nicht nur gegen Kälte sondern auch gegen Feuchtigkeit aus dem Erdreich abdichten. Hier steckt der Aufpreis drin, den wir für die Sockelabdichtung bezahlt haben. Über diese Schicht kommt dann eine Trennfolie, darüber dann 120er Steinwolle als Wärmedämmung.

Außerdem war schön zu beobachten, wie die Klinkermauer eigentlich Halt bekommt. Das hatten wir uns vorher bereits gefragt. Es werden spezielle lange und gezackte „Ankerschrauben“ an der Wand befestigt, die dann in die Klinkerfuge mit eingearbeitet werden.

So legte unser Haus in kurzer Zeit das Schwarz ab und es erschien die erste geklinkerte Hausseite – und wir sind total zufrieden damit. Vorher hatten wir Sorge, weil wir entgegen dem Rat von Herrn Göllner zur Schonung unseres Baukontos bei der Standard Mörtelfarbe geblieben waren. Jetzt zeigte sich: Dieser Entschluss war völlig in Ordnung. Hier hatte sich der Bauherr durchgesetzt – all meine Zweifel und Murren waren vergeblich. Zu Recht, wie sich jetzt zeigt. Der Klinkerstein Terca Cienna der Firma Wienerberger ist ein recht unruhiger, dreifarbiger Stein. Durch die einfache Fugenfarbe, die sich im Hintergrund hält, wirkt die ganze Wand dennoch ausgeglichen.

Hier einige Detaileindrücke vom Ergebnis:

Zu den Fugen bekamen wir noch eine spannende Erklärung: Es gibt scheinbar zwei verschiedene Möglichkeiten, Klinkerfugen herzustellen. Entweder – so wäre es wohl bei einer anderen Farbe gewesen – wird erst gemauert, dann die Fuge sofort ein Stück wieder ausgekratzt und in einem zweiten Durchgang dann in einer anderen Farbe verfugt. Diese Arbeitsschritte sorgen auch für den hohen Aufpreis. Oder aber es kann ein Mörtel verwendet werden, der auch gleichzeitig als Fuge dient. So wurde es bei uns gemacht. Nach dem Mauern wurde mit einem Plastikschlauch zum Glätten an der Fuge entlang gestrichen – und fertig. Kein zweiter Arbeitsgang ist nötig. Die Alternative wäre anders durchgefärbter Fugenmörtel, der ebenfalls teurer ist.

Drei Tage klinkerte es auf unserer Baustelle mit Hochdruck. Am Freitag war das Gerüst Gott sei Dank schon weg, denn da war Göllner Klinkerbau mit 6 Mann vertreten, um die Arbeit schnellstmöglich fertigzustellen. Außerdem kamen die Estrichleger noch hinzu – was das Baustellenchaos komplett machte. Als letzte Amtshandlung der Klinker-Truppe wurden unsere schönen schwarzen Granitsohlbänke eingesetzt. Der Standard bei Danhaus sieht hier rote Ziegelplatten vor – wir haben uns hier für die hochwertigere Optik doch noch umentschieden und sind damit sehr zufrieden. Vier Farben Granit gab es zur Auswahl – für uns kam aufgrund der verschiedenen Farben im Klinker nur Schwarz in Frage.

Als wir die Baustelle am Freitag gegen 16 Uhr verlassen herrschte Aufbruchstimmung und  noch ziemliches Durcheinander, so dass wir uns schon fragten, wie viel Aufräumen uns wohl am Wochenende bevorstehen würde. Es zeigte sich jedoch, dass Aufräumen für Göllner Klinkerbau dazu gehört – wir fanden eine komplett ordentliche Baustelle vor, befreit von sämtlichen Steinresten und Müll. Spitze!!!

Und das ist der Anblick, den unser Häuschen seit dem bietet:

4 Gedanken zu „Es klinkert !!!

  1. Schaut super aus bei euch! Da geht einiges voran wie man sieht, mehr als wir bei uns gerade weiterbringen. Wir sind auch gerade am Haus bauen mit Freshhaus in der Schweiz. Ist zwar ein Fertighaus, aber mindestens genau so spannend! Ich wünsch noch viel Erfolg und Spass, LG

  2. Wow das sieht mal richtig cool und modern aus, ohne dabei kühl zu wirken. Wo habt ihr denn diese tollen Klinkersteine her? Ansonsten echt super euer Projekt und euer Haus ist echt ein Knaller von außen :))

  3. Hallo, wir haben uns auch für den Wienerberger Cienna entschieden. Allerdings schwanken wir noch bei der Fugenfarbe. Ich habe oben gelesen, dass Ihr einen Mörtel, der auch gleich als Fuge dient, benutzt habt. Kann ich davon die genaue Bezeichnung (Hersteller, Typ und Farbe) bekommen? Mir ist aufgefallen, dass der Sockelbereich auch mit dem Cienna Klinker gemauert wurde. Uns wurde empfohlen einen härteren, nicht so stark wassersaugenden Klinker für den Sockelbereich zu nehmen. Wurde evtl. ein Schutzanstrich bei euch im Sockelbereich gemacht? VG Rebecca

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