Wie kauft man eigentlich ein Grundstück?

Wie so oft beim Bauen fanden wir auch das Thema Grundstückskauf und die dabei entstehenden Kosten zunächst recht unübersichtlich. Um das für andere Neulinge wie uns etwas klarer zu machen, hier mal ein kurzer Überblick:

Sobald man sich mit dem Käufer einig geworden ist, muss die Finanzierung sicher gestellt werden – es sei denn, man kann Eigenkapital verwenden. Hierfür erfragen sich aus unserer Erfahrung bereits viele Banken einen Kaufvertragsentwurf. Kostenpunkt: Bei uns 1% des Grundstückspreises – kommt es zur Unterschrift wird der Betrag üblicher Weise auf die späteren Notarkosten angerechnet, denn dafür müsste er ja ohnehin erstellt werden. Beide Parteien prüfen den Entwurf und können Änderungen erwirken. Wir haben uns hier die Erlaubnis einräumen lassen, bereits ab Unterschrift Vermesser, Bodengutachter und Architekt auf das Grundstück zu lassen, sowie einen Bauantrag zu stellen.

Wir haben das Grundstück ja danach noch einmal gewechselt und benötigten einen zweiten Kaufvertragsentwurf. Netter Weise war unser Notar so kulant, uns den ersten dennoch vollständig anzurechnen – auch, wenn sich außer unseren persönlichen Daten ungefähr alles geändert hatte.

Wenn es dann zum Notartermin kommt, sollten eigentlich beide Parteien erscheinen. Der Notar liest den gesamten Vertrag vor und es wird hoch offiziell unterschrieben. Sollte, wie bei uns, der Verkäufer nicht anwesend sein können, unterschreibt den Vertrag ein Vertreter, anschließend geht das ganze per Post an den Verkäufer. Dieser muss damit selbst zu einem Notar gehen, und eine Genehmigungserklärung für den Vertrag abgeben. Erst dann wird dieser rechtskräftig. Bei uns hat es etwa drei Wochen gedauert, bis wir darüber Benachrichtigung bekamen.

Wer eine Grundschuld braucht, kann diese beim Notar jetzt oder auch noch später bestellen. Die Grundschuldbestellungsurkunde gibt es von der Bank normalerweise direkt als Vordruck mit zur Finanzierung dazu. Bei uns war deren Einsendung an die Bank durch den Notar Voraussetzung für die Auszahlung unseres Darlehens. Am besten hat man zur Unterzeichnung des Kaufvertrages die Bestellung der Grundschuld gleich mit geplant und die notwendigen Unterlagen dabei – alles andere gibt wieder eine zeitliche Verzögerung und einen zusätzlichen Termin.

Wenn der Kaufvertrag dann gültig ist, meldet der Notar das an das Grundbuchamt. Dieses trägt zunächst eine Auflassungsvormerkung ein, mit der der Käufer ganz offiziell als zukünftiger Eigentümer benannt wird – der Verkäufer kann also nicht zweifach verkaufen.

Wenn alle im Kaufvertrag genannten Voraussetzungen jetzt erfüllt sind, schickt der Notar die Kaufpreis-Fälligkeitsmitteilung an den Käufer. Dieser kann dann bis zur im Kaufvertrag benannten Frist bezahlen. Ansonsten entstehen Verzugsgebühren. Das Grundbuchamt wird nun noch die Grundsteuer in Rechnung stellen. Diese gilt es schnellstmöglich zu bezahlen, denn erst dann wird die Unbedenklichkeitsbescheinigung erstellt und letztendlich der neue Eigentümer endgültig eingetragen.

Alle dazugehörenden Kosten werden übrigens vom Eigenkapital bezahlt. Üblicherweise will die Bank diese nicht übernehmen, weil es hierfür ja praktisch keinen Gegenwert gibt. Ausnahme ist natürlich der Grundstückspreis an sich.

 

Welche Kosten fallen an?

Insgesamt sind die Kosten vom Kaufpreis und der eingetragenen Grundschuld abhängig.

  • Maklercourtage  (5,95% des Kaufpreises)
  • Seitens desNotars:
    • Beurkundung des Grundstückskaufes
    • Bestellung der Grundschuld
    • Ggf Kaufvertragsentwurf
  •  Seitens desGrundbuchamtes:
    • Eintragung der Auflassungsvormerkung
    • Eintragung der Grundschuld
    • Eintragung des Eigentums
  • Grundsteuer (5% des Kaufpreises)

Zur Kostenkalkulation kann man sie auf entsprechenden Seiten im Internet, z.B. hier, schon einmal berechnen lassen.

 

Unser Kaufpreis wurde jedenfalls jetzt fällig gestellt – und auch sofort bezahlt, und damit zum ersten Mal vom Darlehen etwas abgerufen.

 

 

4 Gedanken zu „Wie kauft man eigentlich ein Grundstück?

    • Hey, vielen Dank für die Info und auch den Hinweis auf euren Blog. Ich kannte ihn bisher nicht und konnte echt viel Hilfreiches entdecken.

      Viele Grüße
      Kathrin

  1. Vielen Dank für die Infos! Das ist sehr hilfreich, wenn man selbst über den Kauf eines Hauses nachdenkt. Man muss da ja doch unglaublich viel beachten. Mir war auch nicht klar, dass beim Grundbuch so viel eingetragen werden muss. Aber es muss ja alles seine Richtigkeit haben und ergibt auch Sinn. Der Grundbuchauszug ist sicher auch dann wieder wichtig, wenn Häuser weiter vererbt werden, oder? Dann muss man sicher auch direkt wieder zum Notar und/oder Grundbuchamt, nehme ich an.

    Viele Grüße,
    Anna

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